Rezension von Prof. Dr. Benno Heussen

Christoph H. Vaagt, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Law Firm Change Consultants (München) und im Deutschen Anwaltverein zum Thema Kanzleimanagement vielfältig engagiert, ist gleichzeitig auch international tätig. Über das IBA Komitee für Law firm Management hat er 21 Autoren motivieren können, aus ihren Erfahrungen als Managing-Partner oder Berater Anwaltsunternehmen in der ganzen Welt zu berichten. Am spannendsten sind dabei persönliche Informationen, die ungeschminkt daherkommen, wie sie etwa Robert C. Bata zur Frage liefert, wie man sich seine Expansion in ausländische Märkte richtig ruinieren kann. Wer jemals innerhalb einer Sozietät darüber gesprochen hat, wie man seine internationalen Verbindungen stärken kann, dem wird hier aus der Seele gesprochen. Erst kürzlich hat Marc Melitz eine Untersuchung über exportstarke Mittelständler vorgelegt und ist zu dem nahe liegenden Ergebnis gekommen, dass nur die Besten die besonderen Schwierigkeiten eines Auslandsengagement erfolgreich bewältigen. Auch auf Anwaltsunternehmen trifft dieses Ergebnis offensichtlich zu und es sind keinesfalls nur die großen Sozietäten, die so eine Aufgabe erfolgreich erledigen: Die Hamburger Sozietät von Peter Schulz hat es 1995 zusammen mit Beiten Burkhard als erste geschafft, in Shanghai eine Anwaltszulassung zu erhalten und – was noch wichtiger ist – das Büro standfest zu machen. Auch die Ratschläge zu Fusionen (Lisa R. Smith) oder zum Nutzen von Balanced-Score-Card (Peter Oberlechner) werfen neues Licht auf bekannte Themen.

Die Besonderheit des Buches besteht in der internationalen Ausrichtung der Autoren. Sie stammen nicht nur aus bekannten großen Firmen, sondern aus den Rechtsabteilungen der Unternehmen, es schreiben aber auch Berater wie Rob Miller. Sogar aus der Ukraine hören wir eine Stimme (Irina Paliashvili).

Das Buch wird für jeden Managing-Partner eines deutschen, international ausgerichteten Büros von großem Interesse sein und der Leser wird sich nicht daran stören, dass die Beiträge auf Englisch verfasst sind. Denn ohne Englisch als Lingua Franca der internationalen juristischen Welt kann niemand außerhalb des deutschen Rechts arbeiten.

Law Firm Strategies for the 21st century, Christoph H. Vaagt, Herausgeber, Globe Law and Business Verlag, London, gebunden, 89 €

Christoph H. Vaagt, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Law Firm Change Consultants (München) und im Deutschen Anwaltverein zum Thema Kanzleimanagement vielfältig engagiert, ist gleichzeitig auch international tätig. Über das IBA Komitee für Law Firm Management hat er 21 Autoren motivieren können, aus ihren Erfahrungen als Managing-Partner oder Berater Anwaltsunternehmen in der ganzen Welt zu berichten. Am spannendsten sind dabei persönliche Informationen, die ungeschminkt daherkommen, wie sie etwa Robert C. Bata zur Frage liefert, wie man sich seine Expansion in ausländische Märkte richtig ruinieren kann. Wer jemals innerhalb einer Sozietät darüber gesprochen hat, wie man seine internationalen Verbindungen stärken kann, dem wird hier aus der Seele gesprochen.

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Law firm strategies for the 21st century: Strategies for Success

Christoph H. Vaagt (consulting editor), on behalf of the International Bar Association, Globe Law and Business (Publ.), London 2013

Die Law Firm Management Section der IBA ist die größte Section dieser weltweit größten Plattform von Anwälten und Anwaltskammern mit über 55.000 Mitgliedern. Sie kooperiert seit 2012 mit dem auf Anwälte und andere professionals spezialisierten Verlag Globe Law and Business aus London, um Themen des Kanzleimanagements in englischer Sprache aufzubereiten. In dieser Reihe ist nunmehr ein Buch zum Thema Kanzleistrategie entstanden, ein Thema, welches nur unvollständig aufbereitet war. Der „beratende Herausgeber“ Christoph H. Vaagt hat 21. Autoren um sich versammelt, um dieser Aufgabe gerecht zu werden.

Das Buch ist entsprechend dem zentralen Schaubild, welches in der Einführung erläutert wird, gegliedert: nach generellen, einführenden Aspekten wird zuerst über die Ressourcenseite von Kanzleien (Also: Personal, Systeme und Strukturen, sowie Reputation) geschrieben, gefolgt von der Marktseite (geographische, Mandantenarten, Services). Diese Gliederung ist folgerichtig, beschreibt sie doch die zentralen Elemente, die das Geschäftsmodell von Kanzleien ausmacht, und wie es in der Wissenschaft als akzeptierter Standard gilt. Der Herausgeber hat die Beiträge der Autoren daher um diese Aspekte herum angeordnet, die sowohl praktische als auch theoretische Zugänge bieten.

Law firm strategies for the 21st century liefert keinen Entwurf der „richtigen“ Kanzleistrategie. Es bietet mehr: die Auseinandersetzung mit den Aspekten, die für den jeweils individuellen Entwurf einer Kanzleistrategie von Bedeutung sind.

Demnach steht die Strategieentwicklung einer Kanzlei im Spannungsfeld von Qualität, Ethik und Profitabilität. Sie wird maßgebend bestimmt durch die Markt- oder Kundenanforderungen einerseits und die verfügbaren Ressourcen andererseits. Besonders eindringlich weist B. Løwendahl darauf hin, dass Strategie nicht Ausfluss guter anwaltlicher Arbeit ist, sondern einer intensiven Managementbewirtschaftung von Kunden und Personal bedarf. Und das nicht unter primär ökonomischen Gesichtspunkten – wie das Wort Management nahe legen mag, sondern unter Wahrung des Prinzips anwaltlicher Unabhängigkeit als dem ethischen Kern der Profession, wie Tomasz Wardyński herausarbeitet. Wardyński kontrastiert damit den Trend zur Kommerzialisierung juristischer Dienstleistungen und den eher vergänglichen more of the same Strategien.

Der Druck zur strategischen Weiterentwicklung kommt aus dem sich verändernden Marktumfeld, das aus US-Sicht (D. Barnard und M. Herman) durch langsameres Wachstum, stärkere Regulierung, neue Anbieter im Markt der rechtsnahen Dienstleistungen und steigende Einkaufs-Professionalität der Kunden bestimmt wird. All das legt eine erhöhte Wettbewerbsintensität in der Kanzleilandschaft nahe, der nur durch fokussierte Strategie und bedarfsorientierte, innovative Geschäftsmodelle begegnet werden kann.

Was bei der Strategieentwicklung in Kanzleien im Gegensatz zu nicht partnerschaftlich organisierten Wirtschaftsunternehmen zu beachten ist, insbesondere was es braucht, eine Veränderung in Gang zu bringen, umzusetzen und abzusichern, arbeitet Peter Kurer heraus. Die Strategie kann einer Kanzlei nicht verordnet werden; sie zu entwickeln erfordert einen Kommunikationsprozess in der Partnerschaft, ohne den die beharrenden Kräfte oder die oft individualisierten Blicke auf die Welt nicht überwunden werden können.
Im Weiteren werden in dem Buch Instrumente zu Konkretisierung, Umsetzung und dem Monitoring der Ressourcensteuerung anhand von Praxiserfahrungen dargestellt. So
• der Prozess der Einführung einer Balanced Score Card bei Wolf Theiss (P. Oberlechner),
• die Vorstellung des Tournament Models zur Absicherung der Karrierepfade (J. Fernaández Madero),
• Erfolgsfaktoren bei der Übernahme einer Führungsrolle in der Kanzlei (P. J. McKenna),
• die Verankerung der fortlaufenden Strategieentwicklung in Strukturen und Systemen (R. Millard),
• konsequentes Margenmanagement (A. Balls)

Der dritte Teil des Buchs widmet sich der Marktseite. Zunächst werden Wege aufgezeigt, die Entwicklungen auf Kundenseite, insbesondere der Rechtsabteilungen, besser verstehen und mitgehen zu können (R. Given und P. Lippe). Vertieft wird dies von S. Hodges Silverstein mit Blick auf die Honorarmodelle und die sich verschärfenden Einkaufsprozesse von Rechtsdienstleistungen, die – zusammen mit den kundeninternen Wertschöpfungsmodellen und -erwartungen - wiederum Einfluss auf die Zusammenarbeit zwischen Kunden und Kanzleien haben (M. Jones).

Eine hilfreiche Checkliste für Expansions- und Internationalisierungsstrategien liefert R. C. Bata. Zum Größenwachstum gehören meist Zusammenschlüsse und L. R. Smith zeigt auf, wie die typischen Stolpersteine umgangen werden können. Der für alle Kanzleien spannenden Frage, wie neues Geschäft akquiriert werden kann, widmet sich E. L. Dance. Die Techniken sind nicht neu; der eindringliche Appel, am Ball zu bleiben, fokussiert auf das, was Vertrieb erfolgreich macht: intensives Beziehungsmanagement.

Die letzten beiden Beiträge befassen sich mit dem Reputationsmanagement. Qualität und Vertrauenswürdigkeit werden oft als Differenzierungskriterium bemüht, sind aber tatsächlich Grundvoraussetzungen, auf denen die je nach strategischem Fokus zu managende Reputation aufbaut (W. Harvey, T. Morris, M. Smeds). Die Interpretationshoheit über die Reputation liegt immer beim Markt (P. Rodney) und damit schließt sich der Kreis zum Beziehungsmanagement.

Strategie fällt auch für Kanzleien nicht vom Himmel und ist nicht einfach Ausfluss guter Arbeit. Sie gehört bewusst in den Blick genommen und hat verschiedenste Facetten. Wie gesagt: das Buch liefert keine Blaupause. Es beleuchtet gut nachvollziehbar, auf profunder Praxiserfahrung basierend und wissenschaftlich flankiert die Komplexität der Strategiearbeit, bietet Leitfäden, Checklisten, Hintergründe und Praxisbeispiele. Es ist sehr lesenswert für alle die, die Strategiearbeit in ihren Kanzleien ernsthaft betreiben.

Dr. Wolf Peter Groß, Rellingen, Januar 2014

Law firm profits set to be cut in half (Global Legal Post)

By Neasa MacErlean, NeasaMacErlean@globallegalpost.com

06 December 2013 at 09:47 BST


Legal sector guru Ashley Balls is predicting that profit margins are likely to fall from their present level of 30 to 40% and could well end up at half that mark or even less.Law firms could expect a decrease in profit margins

In 'Law Firm Strategies for the 21st Century', published this month by Globe Law & Business, he argues that they 'may settle at around 8% - 15%'. He believes that, as law firms become more dependent on outside capital, they will also adopt the profit margins 'found in other areas of business', at the 8 to 15% mark. 

AVOIDING THE `SMOKE AND MIRRORS' APPROACH

An appreciation by Phillip Taylor MBE and Elizabeth Taylor of Richmond Green Chambers

If you are a lawyer tasked with the management of your firm -- or you're contemplating doing so -- you'll find the wealth of insights contained in this recent publication from Globe Law and Business both illuminating and practical, particularly if you're looking to expand in challenging international markets.

Here at your disposal are over 250 pages of rather high powered advice and consultancy from over two dozen expert international contributors, each discussing issues of strategy and good governance from a specific viewpoint, but focusing overall on building profitability as the result of making the right decisions rather than the wrong ones.

The general thrust of the book is that law firm strategy must be focused not just on the bottom line, but on a value-based, ethics-based, consensus-based and client-centered ethos. The detail of just how all this may be achieved - across a range of jurisdictions- is a particularly valuable aspect of this book.

In helping law firm managers cope with the challenges and complexities of building and consolidating a law practice in a range of international markets, this volume is a useful guide, drawing as it does on the specific experience of a broad range of practitioners and consultants who have been there and done that.

Consulting editor, Christoph Vaagt, for example, a specialist in law firm strategy processes, is a former chairman of the law firm management section of the German Bar Association. Now a frequent speaker for the International Bar Association, he expresses the hope that this book will `help partners of law firms understand the challenges their firms confront and... start a process which may address these to the benefit of each member of the firm and of the legal community at large.'

A slightly more light hearted, but still deadly serious approach is taken by several of the other contributors; Note in particular the article by Robert Bata of WarwickPlace Legal LLC entitled `How to screw up your international expansion: a 15-step Guide.' A more succinct summary of the pitfalls and pratfalls besetting certain law firms looking to expand abroad you could scarcely hope to find; mentioning no names of course. Also note Lisa R Smith's article on `How to merge: Lessons from 20 years of law firm mergers.'

In all, the book emphasizes the market and resource side of law firm management, pointing out new ways to look at, think about, and carry out the right strategies with a view to staying a step ahead of competitors. Certainly this is a book that should be in every law firm manager's library.